War nach langer Zeit mal wieder in Gonten spielen - und weiss jetzt wieder, wieso ich da nie mehr hingegangen bin
Dass jeder persönliche Vorlieben hat ist klar, auch nicht abzustreiten, dass auf gewissen Bahnen eine nette Aussicht auf die Umgebung möglich ist und man sogar die Spitze des Säntis sehen kann. Aber: wenn ich planlos ne Bergwanderung machen will (da ich mein Material trage, stehe ich auf kurze Verbindungswege), dann brauch ich keine Greenfee zu bezahlen.
Das Layout des Platzes ist in meinen Augen eine krasse Fehlplanung. Man latscht kreuz und Quer durch die Gegend (auch direkt in den Flugbahnen der Abschläge), man weiss nicht wo die Bahn seitlich begrenzt ist (anders gesagt: man trifft öfters mal Leute welche einem gegenüberstehen und spielt in Richtung dieser Personen - dafür ist Ballverlust natürlich eher die Ausnahme), die Angaben zum "next Tee" sind nicht nachvollziebar (man läuft an diversen anderen Abschlägen vorbei, ein gut ausgeschilderter Weg wie in Otelfingen oder Waldkirch fehlt weil die Gehwege nicht befestigt sind) die Tafeln am Abschlag zeigen falsche Layouts (zumindest nicht absolut korrekte) der Bahnen und zumindest eine Bahn ist "unfair". Unfair deshalb, weil weder gute Spieler noch Anfänger ernsthaft in der Lage sind ihr Handicap jemals dort zu spielen (Wassergräben quer über die Bahn, seitliches Aus, falsches Layout auf der Abschlagtafel und am Ende ein Inselgrün welches so blöd hängt, dass jeder Ball der nicht sofort stoppt seitlich ins Wasser rollt), zudem ist direkt an der Bahn ein extrem frequentierter Wanderweg, das Gequatsche der Barfusswanderer macht die Sache auch nicht einfacher. Da der Platz sehr gut belegt ist, kommt dazu, dass man zeitlich doch bisschen unter Druck steht, Bälle suchen ist nicht drin und mit den vielen schrägen Fareways bei welchem die Bälle sehr weit (und natürlich ins Rough) rollen und welche teilweise nicht einsehbar sind, ist es schon nett, wenn man die Bälle überhaupt noch findet. Zum Glück war wenigstens das Gras relativ tief gehalten, bei höherem Rough wäre der Ballverlust unerträglich.
Man kann sich an vieles gewöhnen, aber wenn zum nicht logischen Bahnverlauf auch noch Greens kommen welche unterschiedlich schnell sind (und fiese Breaks drin haben - finden vielelicht PGA-Spieler noch halbwegs vertretbar), dann geht zumindest bei mir der Spass flöten. Ob man darauf steht direkt in Häuser reinzuspielen (Direktangriff aufs Green ist Flugbahn direkt über die Häuser - und das sind nicht Hundehütten sondern grosse Scheunen bzw. Bauernhäuser) ist sicher jedem selber überlassen, aber wenn dazu eben die Abschlagtafel unklar bzw. nicht ganz korrekt ist, dann hat das nichts mehr mit Golf sondern nur noch durch Glückspiel zu tun. Wer oft dort spielt wird sicher rausfinden wie man optimale Resultate rausspielen kann. Meine Mitspieler haben gar nie auf die Tafeln geschaut und hatten auch kein Birdiebook dabei - ist auch ein Zeichen, dass das Resultat eher dem Zufall überlassen ist (alle Mitspieler Hcp deutlich unter -20, da sollte meiner Meinung nach der Score nicht mehr nur vom Zufall abhängen).
Ich finde die Bahnen nicht sonderlich interessant, die Wege zwischen den Bahnen viel zu lang, die Greens mit teilweise komischen Breaks und unterschiedlicher Geschwindigkeit und die teilweise stark hängen und / oder nicht einsichtlichen Fareways sind schlicht unfair und lassen ein "gepfelgtes" Golfspiel einfach nicht zu.
Mal in Gonten zu spielen ist jedem angeraten - gibt vielleicht Leute welche ein solches Layout lustig und die 120.-- dafür angemessen finden. Ich gehöre definitiv nicht dazu und gehe, wenn ich einen Bergplatz spielen will, lieber wieder nach Brand oder Bregenzerwald. Auch dort kann es mal eine nicht gut einsichtbare Bahn geben, dann ist aber wenigstens das Fareway nicht noch seitlich hängend - es besteht so wenigstens die Möglichkeit den Ball wieder zu finden (in Brand sind alle Bahnen "am Hang" seitlich als Wasser gekennzeichnet - ist auch etwas komisch, macht aber klar, dass Suchen schlicht nicht bringt und man kann ja wenigstens die Länge mitnehmen was bei den Ausgrenzen in Gonten nicht der Fall ist). Nebenbei hat mir Gonten auch bisschen zu viele Schilder mit "Betreten verboten" - wie genau das genommen wird, kann ich allerdings nicht abschätzen (gibt Plätze da kann das zu Platzverweis führen).
Habe, trotz des für mich "schreckichen" Layouts, den "mühsamen" Bahnen und den Greens (welche nebenbei meist klein sind und der Ball unauffindbar verschwindet wenn man zu lang ist - was den Abschlagschildern nicht unbedingt zu entnehmen ist) mein Handicap knapp gespielt. Dies trotz 2 gestrichenen Löchen (dafür 2 Birdies welche das wieder rausgerissen haben). Dass ich den Platz nicht mag, ist also nicht auf einen extrem miesen Score zurückzuführen. Nett war zudem, dass die Mitspieler den Platz gut kannten und mir Tipps geben konnten wie man etwa angreiffen kann, ansonsten wäre der Score total in die Hose gegangen.
Hab mir ganz kurz noch eine der Übungsbahnen angesehen vom 5-Loch Platz (der Platz ist dort wo früher paar Bahnen vom 9-Loch waren, also Rechts vom Parkplatz), das könnte für meine Jungs durchaus was sein um zu Üben. Zwar nichts "prickelndes", aber auf Wasser, Gräben oder Greens mit Stufen können Kinder oder Anfänger ja durchaus gut verzichten, dürfte also durchaus Spass machen.
Der Pro-Shop hat recht faire Preise (hab mir nur kurz Klamotten angesehen, konnte mich aber nicht zu einem neuen Polo entschliessen), paar Sachen sind aktuell im Abverkauf. Die Atmosphäre allgemein fand ich "zurückhaltend", nicht unfreundlich, aber eher sachlich/nüchtern (muss bisschen mit den Appenzellern zusammanhängen, haben wohl schon genug "Touristen"). Restaurant ist Ok, die Bedienung sehr freundlich, da ich nichts gegessen habe, kann ich zur Qualität nichts sagen (soll aber gemäss Infos gut sein, ist ja in Golfrestaurants die Regel).
Kann nur empfehlen selbst mal hinzugehen und die "etwas andere Art Golf zu spielen" zu testen, nur von einem Turnier auf der ersten Runde würde ich dringend abraten (lieber Lotto spielen gehen - die Erfolgsaussichten sind besser)
Marc



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